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Wie entstand,
F.E.L.S., das Forum Essener
Schwulen und Lesben? In Essen tat
sich die Öffentlichkeit mit den gleichgeschlechtlich orientierten Bürgerinnen
und Bürgern schwer. Im Sommer 1988, im Rahmen einer Kulturwoche in der Zeche
Carl in Essen zum Christopher-Street-Day, demonstrierten über 1200 schwule Männer,
lesbische Frauen und zahlreiche UnterstützerInnen in der Essener Innenstadt gegen
Ausgrenzung und Tabuisierung. Unter Gelächter der breiten Mehrheit im Ratssaal
wurde ein Antrag der Fraktion der GAL an den Rat der Stadt Essen, die
TeilnehmerInnen aus ganz NRW zu begrüßen und ihr Anliegen auf Gleichbehandlung
zu unterstützen, kurzerhand von der Tagesordnung genommen. Erst 1996,
nachdem sich das Forum Essener Lesben und Schwulen zusammengefunden hatte, lud
die Oberbür- germeisterin Annette Jäger zum „Runden Tisch“ ein. Zum Forum, kurz
FELS genannt, fanden sich damals alle in Essen ansässigen schwul/lesbischen
Vereine und Organisationen sowie auch Einzelpersonen, die sich für das Thema
interessierten, zusammen. Dazu gehörten die Aids-Hilfe, die AG Minderheiten
Bündnis 90/Die Grünen, Frauenliebe im Pott „FliP“, die Lederfreunde Rhein/Ruhr,
der Arbeitskreis Lesben und Schwule in der ÖTV (heute Ver.di), die
AWO-Beratungsstelle des Bezirks NRW, verschiedenste Jugendgruppen und andere
mit lesbisch/schwulen Themen beschäftigten Vereine. Auch die
Einladung zum „Runden Tisch“ kam nicht sofort, sondern erst nach Druck der
Öffentlichkeit und einer
Demonstration vor dem Rathaus. Eine im November 1995 von den Fraktionen von SPD
und Bündnis90/ Die Grünen eingebrachte Resolution zur Gleichstellung und
Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben, die nun Grundlage zur Einladung zum
„Runden Tisch“ war, wurde am 29. November 1995 im Rat der Stadt Essen
verabschiedet. Die CDU-Fraktion blieb dieser Abstimmung demonstrativ fern. Auch die
Einladung zum „Runden Tisch“ kam nicht sofort... Das erste
Treffen des „Runden Tisches“ fand dann am 17. September 1996 im Rathaus statt.
Dort wurde mit den Vertretern von FELS, der Politik und der Stadtverwaltung
festgelegt, welche Arbeitsgruppen mit welchen Themen es geben soll. Man einigte
sich auf folgende Arbeitskreise: Die Stadt als Arbeitgeberin, Kultur, Soziales,
Jugend und Alter und Gesundheit. Außerdem wurden weitere Handlungsfelder
festgelegt. Dazu gehörten die Öffentlichkeitsarbeit, die Rechtsangelegenheiten
und die Migration. Alle Arbeitskreise wurden mit MitarbeiterInnen der
Stadtverwaltung und Vertretern von FELS besetzt. Die ersten Treffen in den AK`s
gestalteten sich unterschiedlich. Der AK Gesundheit konnte sofort mit den
verschiedensten Themen beginnen, da die MitarbeiterInnen des Gesundheitsamtes
schon in der Vergangenheit mit der Aids-Hilfe zusammengearbeitet hatten und mit
den Themen keine Probleme hatten. Der AK „De Stadt
Essen als Arbeitgeberin“ gestaltete sich zunächst schwierig. Nicht weil das
Thema abgelehnt wurde, sondern eher, weil man nicht wusste, was die Vertreter
von FELS überhaupt wollten. Denn es war keinem bewusst, wo denn innerhalb der
Personalverwaltung oder bei den Beschäftigten der Stadtverwaltung
Diskriminierung stattfand. Die Vertreter von FELS mussten dazu Beispiele
bringen, was man verbessern kann bzw. muss. Es wurde erst einmal klar gemacht,
Abgesehen von der ersten Aussage, „schwule Feuerwehrmänner gibt es nicht, denn
das sind alles richtige Männer, und wir würden es sofort merken“, konnte auch
dort Verständnis für ein sensibleres Verhalten erreicht werden. Im Bereich
Jugend, Soziales und Alter fanden Gespräche mit Vertretern der Schulen statt.
Es wurden von der Gruppe „Total normal“, ein Schulprojekt, eine Reihe von
Veranstaltungen in den Schulen durchgeführt, u.v.m. Sollte die
Arbeit in den Arbeitskreisen stocken, gibt es einen Promotor bei der Stadt, der
dann vermittelt und die Arbeit wieder ankurbeln muss. Grundlage war und ist die
Niederschrift eines Handlungsprogramms, die in einer Auflage von 500 Exemplaren
von der Stadt veröffentlich wurde und zum Maßstab aller weiteren Aktivitäten
wurde. Im Sommer 2008
fand mit Vertretern von F.E.L.S., den Mitarbeitern der einzelnen Arbeitskreise
ein neues Treffen statt. Es soll eine
neue Auflage des Handlungsprogramms erarbeitet werden, die auch wieder vom Rat
der Stadt Essen verabschiedet werden soll. (wg) Infos unter
www.fels-essen.de
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