Oberbürgermeister Thomas Kufen übernimmt Schirmherrschaft des RUHR CSD ESSEN

30. Oktober 2015

Mit Thomas Kufen stellt die CDU wieder einen Oberbürgermeister in einer deutschen Großstadt mit über 500.000 Einwohnern. Der offen schwule Politiker erzielte bei der Stichwahl um den Einzug in das Essener Rathaus 62,6 Prozent der Stimmen und lag damit 25,2 Prozentpunkte vor Amtsinhaber Reinhard Paß (SPD).  Im Wahlkampf legte er ein gelungenes Coming-out hin: Nach seinem Familienstand befragt, hatte er in einem Interview erst mit „ledig” geantwortet, dann jedoch nachgeschoben: „Mein Freund sagt, ich soll nicht immer ‚ledig’ sagen, um nicht falsche Hoffnungen zu wecken.” Thomas Kufen geht selbstbewusst aber dezent mit dem Thema um: Ich binde meine Homosexualität keinem auf die Nase, aber ich halte damit auch nicht hinterm Berg. Ich bin so, wie ich bin.“

In einem Interview mit dem FRESH Magazin sagte er: „Ich werde die Koordinierungsstelle als Stabstelle an das Oberbürgermeister-Büro anbinden. Das habe ich im Wahlkampf angekündigt und dabei bleibe ich auch. Dafür ist im Vorfeld aber noch einiges an Arbeit notwendig. Von der Anbindung der Koor-dinierungsstelle an mein Büro verspreche ich mir eine Ver-festigung der stadtweiten Netz-werk- und Koordinationsarbeit und eine weitere Etablierung des Querschnittsthemas „LGBT“ in der Verwaltung. Die Stadt Essen muss auch als Arbeitgeberin Signale setzen. Ich möchte, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Vielfalt als Chance sehen und niemand seine sexuelle Orientierung verstecken muss“. Außerden nahm er die Bitte  von FELS an, die Schirmherrschaft für den RUHR CSD ESSEN zu übernehmen. Das Foto zeigt Thomas Kufen beim Polittalk des RUHR CSD ESSEN 2015.

 

 

 

 

 

Stiftung Zollverein entschuldigt sich nach bundesweiten Protesten

15.Juli 2015

Die Stiftung Zollverein hat sich für eine als Diskriminierung empfundene Absage eines Treffens von LGBT-Jugendlichen auf ihrem Gelände entschuldigt. Zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie hatten Jugendliche aus dem vom Sozialverein für Lesben und Schwule (SVLS) betriebenen Essener Jugendzentrum „Together” eine Aktion auf dem Gelände abhalten wollen. Die Jugendlichen wollten, wie bei RainbowFlashs in ganz Deutschland an dem Tag, Luftballons aufsteigen lassen; die Stiftung hatte das verweigert mit dem Hinweis, dass „weltanschaulich” geprägte Veranstaltungen nicht geduldet werden würden. In der Absage hieß es weiter, dass die Zeche ein „weltoffener Ort” sei, der auch „von vielen Familien mit Kindern besucht” werde. „Da wir bemüht sind, allen Besuchern einen ungestörten Besuch des Welterbes zu ermöglichen, kann die Stiftung Zollverein die beschriebene Aktion leider nicht genehmigen”. Gegenüber der WAZ hatte die Stiftung später konkretisiert, dass das Kohlewerk nicht „für politisch und weltanschulich motivierte Meinungsäußerungen” genutzt werden sollte. Daraufhin kam es bundesweit zu Protesten und Aktionen (FRESH berichtete).

In einer gemeinsamen Presseerklärung werteten die Stiftung Zollverein und das Together das Gespräch als Erfolg: „Die Gesprächspartner kamen überein, dass die Absage und ihre Begründung ein Fehler war, welcher die Gefühle vieler Menschen verletzt hat und sich nicht wiederholen dürfe”, heißt es darin. Marth und Nölle hätten ihr Bedauern zum Ausdruck gebracht, dass die Absage zu Missverständnissen und großem Unmut geführt hat, und Verständnis dafür gezeigt, dass die Jugendlichen, ihre Familien und Freunde die Begründung als Herabwürdigung empfunden haben. Die beiden Vorstände stellten in Aussicht, „einen verfeinerten Kriterienkatalog für die Genehmigungspraxis von Veranstaltungen auf Zollverein zu entwickeln”.

Man habe „verabredet, dass die Stiftung dem Verein SVLS und seinen Jugendlichen Angebote unterbreitet, mit denen schwul-lesbische Lebensweisen auf dem Zollverein-Gelände noch vor dem nächsten Internationalen Tag gegen Homophobie durch konkrete Formate sichtbar werden.” Und sicher ist jetzt schon: Am nächsten Internationen Tag gegen Homophobie 2016 wird dann endlich wahr, was dieses Jahr nicht ging: Die erste schwul-lesbische Veranstaltung auf Zollverein, zu der sicher viele aus Solidarität hinzukommen werden, soviel ist sicher...

 

 

 

 

 

„Sexsteuer” ist vorerst abgewendet

 15.1.2015

Die in Essen schon als Ratsvorlage ausgearbeitete sogenannte „Sexsteuer” ist vorerst vom Tisch. Aktivisten und betroffene Szenebetreiber trafen sich zu einer Krisensitzung und formulierten vor der entscheidenden Ratssitzung ein Protestbrief an alle Essener Fraktionen, der auch von der Presse veröffentlicht wurde. Kurz vor der Ratssitzung hat die Stadt dann die Pläne zurückgezogen. Ob damit die „Sexteuer“ für immer vom Tisch ist, blieb unklar.

 

 

 

"Sexsteuer" gefährdet Essener Schwulenszene

 19.11.2014

F.E.L.S., das Forum der Essener Lesben und Schwule und der Verein RuhrPride e.V. lehnen die geplante "Sexsteuer" der Stadt Essen ab. Die geplanten Besteuerungen in der jetzigen Form würden die schwule Szene in Essen stark beschneiden und zum Teil einzelne Einrichtungen in ihrer Existenz gefährden. Wir haben den Eindruck, dass die Unwissenheit gegenüber den Eigenheiten der schwulen Szene, dazu führen könnte, dass die Ausgestaltung der "Sexsteuer" fehlerhaft werden kann.

 Daher möchten wir klarstellen, dass in den schwulen Szenelokalen gar keine Prostitution stattfindet, sondern das es historisch gewachsene kontaktfreudige Strukturen gibt, die sich aus der Zeit der gesellschaftlichen Ächtung von Homosexualität ergeben haben. In diesen Lokalen können sich Männer treffen, um beispielsweise entweder in die Sauna zu gehen, Freunde zu treffen oder wenn sie mögen einvernehmlichen sexuellen Verkehr miteinander haben. Sex gegen Geld findet dort nicht

statt. Für die Szenebetreiber ergibt sich aus der Bereitstellung entsprechender Räumlichkeiten keine zusätzlichen Einnahmequellen. So gibt es im schwulen Kontext überhaupt keine Swinger- oder FKK-Clubs, wie sie für Heterosexuelle angeboten werden und nun besteuert werden sollen.

 Wir haben Verständnis dafür, dass die Stadt angesichts ihrer schwierigen Haushaltslage auf der Suche nach zusätzlichen Einnahmequellen ist. Aber das strukturelle Problem der Unterfinanzierung der Kommunen kann ohnedies nicht durch einzelne Steuern gelöst werden. Es darf nicht sein, dass eine solche Steuer in einer Struktur, wie die schwule Szene tiefe Einschnitte hinterlässt und Existenzen gefährdet. Wir fordern den Rat der Stadt auf, die "Sexsteuer" nicht zu beschließen oder sie so zu ändern, dass sie schwule Treffpunkte ohne entgeltliche sexuelle Handlungen davon ausnimmt. Dazu verweisen wir auf die Stadt Köln, wo die schwulen Szenelokalitäten letztendlich von der dortigen Einführung der "Sexsteuer" ausgenommen wurden.

 

 

 

 

 

Koordinierungsstelle eingerichtet/Pressemittelung der Stadt Essen

01.08.2014

Die Stadt Essen hat im letzten Jahr die Einrichtung einer Koordinierungsstelle beim Amt für Soziales und Wohnen auf den Weg gebracht, um die kontinuierliche Umsetzung und Fortschreibung des bereits 1999 vom Rat beschlossenen "Handlungskonzeptes Gleichgeschlechtliche Lebensweisen" sicherzustellen und die Zusammenarbeit von Stadt Essen und dem Forum Essener Lesben und Schwule (F.E.L.S.) noch intensiver zu gestalten.

Die Aufgaben und Ziele der Koordinierungsstelle sind darauf ausgerichtet, die Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Lebensweisen in allen gesellschaftlichen Bereichen zu erhöhen, Ausgrenzung und Benachteiligung abzubauen und für die Belange von Lesben, Schwulen und Transgender zu sensibilisieren. Innerhalb der Stadtverwaltung soll die Koordinierungsstelle dazu beitragen, die Thematik als Querschnittsthema zu verankern.

Der Rat der Stadt Essen hat das Amt für Soziales und Wohnen am 25. Mai 2011 mit der Umsetzung einer Neuauflage des Handlungskonzeptes nahezu einstimmig beauftragt. Unter den erschwerten Bedingungen der bestehenden Haushaltssperre ist es nun gelungen, die Anforderungen der Haushaltskonsolidierung und die Bedeutung einer Koordinierungsstelle in Einklang zu bringen.

Mit der Koordinierungsstelle dokumentiert die Stadt Essen die Bedeutung und Wertschätzung von Toleranz und Vielfalt in Essen.

Essen ist eine weltoffene und tolerante Stadt. Schon seit vielen Jahren treten die Verantwortlichen in der Stadt Essen dafür ein, Akzeptanz und Respekt gegenüber jeglicher Form der zwischenmenschlichen Beziehung zu fördern. In den letzten 15 Jahren konnten bereits viele Maßnahmen umgesetzt werden. Damit wurden und werden wertvolle Beiträge zur Abschwächung von Diskriminierung geleistet und die gesellschaftliche Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Lebensweisen in Essen gesteigert.

Koordinierungsstelle Gleichgeschlechtliche Lebensweisen

Koordination/Leitung

Herr Klink

 

 

275

+49   201   88   50270

Koordination

Frau Hoffmann

 

 

275

+49   201   88   50273

 

 

 

 

 

Grußwort von Oberbürgermeister Renhard Paß zum RUHR CSD 2014

1.8.2014

Zum Christopher Street Day 2014 in Essen heiße ich alle Besucherinnen und Besucher herzlich willkommen!

Miteinander und Verständnis sind die zentralen Botschaften, die der RUHR CSD ESSEN vermittelt. Gerne habe ich deshalb als Ober­  bürgermeister dieser Stadt die Schirmherrschaft über die Veran­  staltung übernommen. In diesem Jahr steht die elfte Auflage des RUHR CSD ESSEN unter dem Motto                      „Liebe.Leben.Queer im Revier!“ Mit seiner Mischung aus Talk, Info und Show-Programm mit Musik wird die Veranstaltung sicherlich wieder das Publikum begeistern und zugleich wertvolle Impulse setzen.

Essen ist eine tolerante und weltoffene Stadt. Diskriminierung darf bei uns keinen Nährboden finden. Die Stadt Essen unterstützt das Thema Gleichstellung seit langem aktiv. Beim Amt für Soziales und Wohnen ist als weiterer Baustein hierzu die „Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen“ eingerichtet worden. Lud­  ger Klink ist dort neuer Ansprechpartner; er wird sich und seine Aufgabe beim diesjährigen RUHR CSD ESSEN vorstellen.

Den Helferinnen und Helfern des diesjährigen RUHR CSD ESSEN­  danke ich für ihren Einsatz und allen Gästen wünsche ich einen fröhlichen und bunten Tag auf dem Essener Kennedyplatz. Lassen Sie uns gemeinsam den Weg der Gleichstellung weiter  mutig beschreiten!

Ihr

Reinhard Paß

Oberbürgermeister der Stadt Essen

Schirmherr des  RUHR CSD ESSEN

 

 

 

Gedenkveranstaltung zum Theaterskandal 1936 in Essen

Mit einer Gedenkveranstaltung und anschließender Stolpersteinverlegung im  Rahmen der Hirschfeldtage 2014 erinnerte das Schauspiel Essen gemeinsam  mit F.E.L.S. (Forum Essener Lesben und Schwule), am Donnerstag, dem 8. Mai im und vor dem Grillo-Theater an die 1936 im Rahmen der NS-Aktion gegen Homosexuelle verfolgten Mitglieder der Essener Bühnen. Dabei wurde speziell Otto Zedlers gedacht, der damals als Schauspieler, Sänger und Regisseur am Grillo-Theater engagiert war und aufgrund seiner sexuellen Orientierung denunziert, verhaftet und verurteilt wurde.

Etwa 80 Besucher besuchten die Lesung unter dem Namen "Das sind Volks-und Staatsfeinde!" der städtischen Bühne, bei der Intendant Christian Tombeil in seiner Begrüßung betonte: "Erinnern statt vergessen, aktiv handeln statt wegschauen - sind für mich ganz persönlich die Beweggründe gewesen, heute die Stolpersteine für denunzierte Theatermitglieder verlegen zu lassen, vor allem weil es dem NS-Regime damals fast gelungen wäre, die  Ereignisse unter den Teppich zu kehren. Die Erinnerung an homosexuelle Ensemblemitglieder seien: „...nahezu vollkommen getilgt , weil so wenig Material aus der damaligen Zeit vorhanden ist und die Namen aus den Archiven gelöscht wurden.“, so der Theaterleiter. Dies sei besonders bedauerlich, weil Otto Zedler über drei Jahre Schauspieler und Regisseur aum Grillo-Theater war und so viele Produktionen inszeniert hätte.

Nach einem geschichtlichem Abriss der Verfolgungsaktionen in Essen und des Theaterskandals von 1936 durch Historiker Wolfgang Berude vom Forum Essener Lesben und Schwule (F.E.L.S.), zitierten die aktuellen Ensemblemitglieder Jens Ochlast und Tobias Roth aus Gestapo-Vernehmungsprotokollen damals betroffener Schauspielkollegen. Auf Basis des von den Nationalsozialisten 1935 verschärften Paragrafen 175, der sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe stellte, wurden 1936  schließlich über 50 Verhaftungen und Verurteilungen in die Wege geleitet, die unter anderem auch mit Einlieferungen in Konzentrationslager wie Sachsenhausen, Flossenbürg und Dachau endeten. Dazu gehörten auch Peter Roleff, Choreograf und Ballettänzer und Paul Sträter, Bühnenbildner an den 
Essener Bühnen bis 1936 und viele andere. Thomas Stempel, Sprecher von F.E.L.S. betonte:  „F.E.L.S. ist dieses Thema ein besonderes Anliegen und wir finden das es die Aufgabe dieser, unserer Generation ist, das damalige Unrecht aufzudecken. Mehr noch, es gilt das Unrecht auch anzuprangern und  aufzuarbeiten und für zukünftige Generationen sichtbar zu machen“. Der Stolperstein für Otto Zedler solle für viele andere denunzierten  Mitarbeiter des damaligen Ensembles stehen und sei vielleicht ein Anfang  für weitere Steine und Aktionen.

Im Anschluss verlegte dann der Künstler Gunter Demnig in Anwesenheit von Vertretern der Stadt Essen und der Community vor dem Grillo-Theater einen Stolperstein für Otto Zedler. Hinzu kam ein Stolperstein mit der Erklärung: „Wir erinnern an die Gestapo-Aktionen 1936-1938 gegen Homosexuelle Ensemble-Mitglieder denunziert, verhaftet, verurteilt,  Schutzhaft, Zuchthaus, KZ-Einweisung, ermordet.“

Zum Thema Verfolgung und Geschichte der Essener Homosexuellen ludt  (F.E.L.S.) anschließend zu einen historischen Rundgang durch Innenstadt mit Wolfgang Berude ein. Zum Abschluss des Veranstaltungsreigens, zog es  die Gäste des Essener Aktionstages ins Kleine Theater Essen. Dort began im  Anschluss die Vorstellung "Der Schlachter-Tango".

 

 

 

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Stolperstein für Volksschauspieler Otto Zedler

F.E.L.S. präsentiert im Rahmen der Hirschfeldtage NRW 2014 eine besondereVeranstaltung zu der wir einladen (überall Eintritt frei):

8.05.2014, 17:00 Uhr,
Grillo-Theater, Eintritt frei
„Das sind Volks- und Staatsfeinde!"
Gedenkveranstaltung und Lesung für die 1936 im Rahmen der NS-Aktion gegen Homosexuelle verfolgten Mitglieder der Essener Bühnen.
Zur Erinnerung an den Schauspieler, Sänger und Regisseur Otto Zedler und weitere Opfer lesen Ensemblemitglieder aus Gestapo-Vernehmungsprotokollen.
Ansprachen: F.E.L.S., Heimatverein Essen und Theaterleitung Schauspiel Essen

ca. 18:00 Uhr
anschließend vor dem Grillo-Theater:
Stolpersteinverlegung für den Volksschauspieler Otto Zedler mit dem Künstler Gunter Demnig.

18.30 Uhr
Historische schwul-lesbische Stadtführung durch die Essener Innenstadt mit "Blütenfest-Award"-Preisträger Wolfgang Berude.

19.30 Uhr
"Der Schlachtertango" Theaterstück
Michael Grunert erzählt vom Leben eines schwulen Juden
Kleines Theater Essen, Gänsemarkt 42

Über ein zahlreiches Erscheinen würden wir uns freuen


 

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FELS fordert: Eine Koordinationsstelle für Essen!

20.7.2013 - Unter dem diesjährigen RUHR-CSD-Motto „Gleiche Rechte nur mit uns“, der am 2. und 3. August auf dem Kennedyplatz stattfindet, fordert F.E.L.S., das Forum Essener Lesben und Schwulen, die Einrichtung einer Koordinierungsstelle für Lesben, Schwule und Transgender für die Stadt Essen. Eine der wesentlichen Aufgaben der Koordinierungsstelle für Lesben und Schwule in Essen ist es die Zusammenarbeit zwischen der  Selbstorganisationen der Lesben und Schwulen, F.E.L.S. und der Stadtverwaltung zu fördern. Darüber hinaus soll durch die Einrichtung einer Koordinierungsstelle für Lesben und Schwule die Umsetzung des neuen Handlungsprogramms für gleichgeschlechtliche Lebensweisen sichergestellt werden. Durch die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch mit Dienststellen der Stadtverwaltung Essen, deren Angebot für lesbische Bürgerinnen und schwule Bürger von besonderer Relevanz ist (Standesamt, Ausländerbehörde, Sozialamt, Jugendamt, Gesundheitsamt, etc.), soll ein wesentlicher Beitrag geleistet werden, die Dienststellen für die Bedarfe von Lesben und Schwulen zu sensibilisieren und ausgrenzende oder benachteiligende Strukturen abzubauen.
Ein gutes Beispiel ist die Einrichtung einer Koordinierungstelle in  Dortmund 2011. Ansprechpartnerin ist hier Susanne Hildebrand. Es zeigen sich durch ihre Arbeit große Erfolge im Bereich der Koordination und Vernetzung mit der Stadt Dortmund, sowie bei der Organisation und Durchführung von Info- Veranstaltungen. Die vielfältige Kultur der lesbischen, schwulen und transidenten Dortmunderinnen und Dortmunder konnte noch stärker in das Stadtleben integriert werden.

Zu den Thema wird es einen lokalpolitischen Polit-Talk auf der Hauptbühne gegen 17.30 Uhr geben. Eingeladen sind alle demokratischen Parteien der Stadt Essen.

 

 

 

 

 

Ministerin Steffens geehrt

4. 8. 2012 - dd. In diesem Jahr erhielt den Akzeptanzpreis 2012 des Ruhr CSD Essen die Politikerin Babara Steffens, NRW-Ministerin für Emanzipation und Gesundheit. Sie bekam den Preis, weil sie in besonderer Weise dazu beigetragen hat, dass das Thema "Gleichgeschlechtliche Lebensweisen im Land NRW" seit Jahren auf der politischen Agenda steht  und das nicht nur in ihren eigenen politischen Reihen, sondern parteiübergreifend. Viele landespolitische Strukturen im schwul-/lesbischen Bereich wären ohne ihre ganz persönliche Unterstützung nicht zustande gekommen und sie erklärte das
Thema zur "Chefsache". Sie freue sich wirklich riesig, erklärte die Mülheimerin vor den anwesenden Gästen dankend.

Foto: F.E.L.S.-Sprecher/in Thomas Stempel und Claudia Fockenberg
übergaben mit Horst Schmitz (rechts, Essen Andersrum e.V.),
den Akzeptanzpreis mit anderen an Ministerin Steffens (Mitte).

 

 

 

 

Staatssekretärin Marlies Bredehorst übergab im Namen von F.E.L.S. , Essen-Andersrum und der Aids Hilfe den Akzeptanzpreis 2011

6. 8. 2011 - Der Theater-Prinzipal Christian Stratmann erhielt am 6. August beim Christopher Street Day den Akzeptanz-Preis 2011 "Blütenfest-Award". "Macht weiter so, bleibt wachsam und lasst euch nix gefallen!" Mit kurzen, aber kämpferischen Worten bedankte sich der Essener Unternehmer Christian Stratmann (60), Prinzipal des Mond- und RevuePalasts, für die Verleihung des Akzeptanz-Preises 2011. Auf der großen Bühne des Christopher Street Day (CSD) auf dem Kennedy-Platz nahm der "Bürger des Ruhrgebiets 2008" unter dem Beifall des buntgemischten Publikums die Auszeichnung der Essener Aidshilfe, des Vereins Essen Andersrum und des Forums Essener Lesben und Schwule (F.E.L.S.) entgegen. Vor der Bühne stand Ryszard Prusak, seit über zehn Jahren der Mann an Stratmanns Seite, und winkte seinem Lebensgefährten fröhlich zu. Verliehen wird die Auszeichnung in Form einer bunten Blüte an Persönlichkeiten, die sich um den Abbau von Diskriminierungen gleichgeschlechtlicher Lebensweisen verdient gemacht haben.  In der Preisbegründung würdigten die CSD-Veranstalter Stratmanns "Gestaltungskraft und den starken Umsetzungswillen, der die Kulturlandschaft im Ruhrgebiet  nachhaltig geprägt hat." Mit großem Selbstverständnis gelinge es dem Essener Theaterunternehmer, schwules (Zusammen-)Leben im wahrsten Sinne des Wortes "vorzuleben". Damit sei Christian Stratmann ein Vorbild für viele schwule Männer und lesbische Frauen geworden. Die Laudatio am 6.  August hielt Marlis Bredehorst, Staatssekretärin im NRW-Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter. Preisträger der Vorjahre waren die Theologie-Professorin Dr. Uta Ranke-Heinemann, der Essener Stadtdirektor Christian Hülsmann und F.E.L.S.-Mitbegründer Wolfgang Berude. Die Preisverleihung des Akzeptanz-Preises 2011 fand am Samstag, 6. August, um 18 Uhr beim 8. Christopher Street Day des Ruhrgebiets auf dem Essener Kennedyplatz statt. Von 12 bis 22 Uhr trafen sich hier unter dem Motto "Vielfalt leben - Ausgrenzung nicht mit uns" rund 10.000 Gäste zu einem 
bunten Programm aus Musik, Musical, Comedy, Rock, Pop und Politik.

 

 

 

 

 

Erneuter Protest gegen Bischof Overbeck

6.8.2011 - Die Vertreterinnen und Vertreter vom Forum Essener Lesben und Schwule (F.E.L.S.) sind maßlos enttäuscht über die neuen Worte des Ruhrbischofs Ende Juli in der Süddeutschen Zeitung:,  „Praktizierte Homosexualität ist objektiv sündhaft...“

„Mit der Einführung des Adjektiv „objektiv“ meint Overbeck für sich - und für uns alle verpflichtend - in Anspruch zu nehmen, unabhängig vom Subjekt (homosexueller Mensch) und seinem Bewusstsein (schwul oder lesbisch leben und lieben zu wollen) sachlich und vorurteilsfrei der Unwiderlegbarkeit seiner Behauptung gerecht zu werden“, so F.E.L.S. Sprecher Horst Schmitz empört. Die Enttäuschung bei F.E.L.S. ist um so größer, weil Overbeck noch im letzten Jahr in einem gemeinsamen Gespräch von einer „lernenden Kirche“ sprach; von „Ich will auch Bischof für die Schwulen sein“. Der Ruhrbischof hat seine diskriminierenden Äußerungen wiederum im öffentlichen Raum getan. F.E.L.S. hat darauf reagiert und eine Protestnote verfasst. Doch dabei blieb es nicht alleine. Am Freitag, den 5.8. zog eine große Schar zum Bischofssitz und machte sich lautstark mit Trillerpfeifen bemerkbar. Die eigentliche Aktion bestand aus dem Anbringen von „Warnschildern“ wie man sie aus dem Straßenverkehr kennt mit der Aufschrift: Herr Bischof wird sind objektiv schwul (bzw. lesbisch). Auch der offen schwule Bundestagsabgeordnete Kai Gehring nahm am Protest teil. Sein Fazit: 
„Overbeck wird zum Fall der Antidiskiminierungstelle des Bundestages“.  Im Anschluss wurde gemeinsam eine geschichtliche Ausstellung im Rathaus eröffnet, zu der Overbeck auch eingeladen war. Auch eine Einladung zum Talk beim Ruhr CSD lehnte er ab.

 

 

 

Ausstellung über Verfolgung

3. 8. 2011  Die Stadt Essen empfing Anfang August die schwullesbische Community im Essener Rathausfoyer, um die Ausstellung "Verdammt starke Liebe"  zu eröffnen. Die zahlreichen Gäste erfuhren in dem Grußwort von Bürgermeister Jelinek mehr über die Intention der 35 Tafeln, die z. T. von Essener Aktionen gegen Homosexuelle in der Nazi-Zeitberichten. Der Historiker Wolfgang Berude und Redakteuer Dietrich Dettmann betreuten im Namen von F.E.L.S. die Essener Thementafeln, darunter die vom "Theaterskandal". Die Ausstellung besteht zum anderen, deutschlandweiten Teil aus einer Arbeit des Hamburger Initiative "Gemeinsam gegen das Vergessen". F.E.L.S. will an dem Thema weiterarbeiten.

 

 

Neuauflage des Handlungsprogramms beschlossen

Am 25. Mai hat der Rat der Stadt Essen eine Neuauflage des Handlungsprgramms als Ergebnis von Gespächen mit F.E.L.S. (Forum Essener Lesen und Schwule) und der Statdverwaltung beschlossen. Dies ist eine Neuauflage des ersten, erfolgreichen  Handlungprogramms von 1998.

In den letzten 10 Jahren seit heute konnten viele Maßnahmen tatsächlich  umgesetzt werden und leisteten damit einen wertvollen Beitrag zur Abschwächung von Diskriminierung und Ausgrenzung gegenüber  gleichgeschlechtlichen Lebensweisen in Essen. Schon 2009 empfahl der Rat der Stadt Essen das Handlungsprogramm auf dessen geplante Absicht hinsichtlich Initiierung von  Anti-Diskriminierungsbausteinen und deren Wirksamkeit zu überprüfen und zu aktualisieren. Zwei Jahre wurde von Essener Aktivisten und den Gruppen und Vereinen in konstruktiver Form mit der Stadtverwaltung verhandelt. Das nun fertige Handlungsprogramm 2011 beschreibt die aktuelle 
Situation/Bedingungen unter denen schwule Männer und lesbische Frauen heute in Essen leben und gibt daraufhin ausgerichtete Handlungsempfehlungen. Es soll den politischen Gremien der Stadt Essen  zugeleitet und dort beraten werden. Seine Handlungsempfehlungen sollen Grundlage zukünftigen Handelns sein. Weitere regelmäßige Treffen wurden vereinbart.

Info: Das Handlungsprogramm kann gegen 1,45€ Porto und einem Rückumschlag Din A 4 von der Aids Hilfe Essen zugesendet werden und steht alternativ   hier   kostenlos zum Download bereit.

 

 

 

 

Große Offenheit und gegenseitiger Respekt
Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck sprach mit Vertretern von
Homosexuellen-Organisationen


3.9.2010 - Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck und Vertreter des Forums  Essener Lesben und Schwule (F.E.L.S.) sowie Unterstützer aus  NRW-Landesverbänden haben sich am  Donnerstag, 2. September, im Essener Bischofshaus  zu einem Gespräch getroffen. Anlass waren Äußerungen Overbecks in der ARD-Talkshow „Anne Will“ zur Homosexualität, die zum Teil zu heftigen öffentlichen Kontroversen und Irritationen geführt hatten. Beide Seiten betonten, dass das Gespräch in einer Atmosphäre stattfand, die vom gegenseitigen Respekt und großer Offenheit geprägt war. Der Bischof forderte die Gesprächsteilnehmer auf, „mutig alles zu sagen, was aus ihrer Sicht zu sagen ist“.

Die Vertreter der Schwulen und Lesben machten deutlich, welche Wirkungen die Äußerungen des Bischofs in Teilen der Gesellschaft  gehabt haben , auch wenn sie möglicherweise nicht beabsichtigt gewesen seien.  Auch viele Angehörige von Homosexuellen hätten die Einlassung von Overbeck in der Talkshow als diskriminierend empfunden; sie unterstrichen, dass mit einer sie eher ausgrenzenden Haltung sie die katholische Kirche nicht mehr als  ihre christliche Heimat betrachten können.

Der Bischof betonte, dass er über die Reaktion auf seine Äußerungen in der Sendung Anne Will tief betroffen war. Es sei nicht seine Absicht gewesen, homosexuelle Menschen in irgendeiner Weise zu diskriminieren. Als Bischof sei es ihm darum gegangen, die Lehrmeinung der Kirche wiederzugeben. Danach gehörten eheliche Partnerschaft, Liebe und Sexualität zusammen. Nach katholischer Überzeugung sei das Ideal das auf Kinder ausgerichtete Zusammenleben zwischen Mann und Frau.

Gleichwohl erklärte der Bischof, er sei sich bewusst, dass die Sexualmoral der Kirche in Teilen der Gesellschaft bestritten werde. Dennoch wies er darauf hin, dass es gelte, diese Spannung konstruktiv auszuhalten. Er betonte, dass es ihm grundsätzlich um das friedliche Zusammenleben aller Gruppen der Gesellschaft gehe und er Bischof für alle sein wolle. Overbeck fügte unter Hinweis auf das 2. Vatikanische Konzil hinzu, dass sich die Kirche als eine lernende Kirche verstehe. Insoweit erkenne er an, dass es aus medizinischer und humanwissenschaftlicher  Sicht andere Einschätzungen gebe, die von der Kirche eine Weiterentwicklung fordern.

Overbeck unterstrich in dem Gespräch, dass  sich die Kirche nicht  daran beteiligen wolle, die "Opfergeschichte“ der Homosexuellen weiter  zu schreiben. Der Kirche gehe es immer darum, sich mit den Nöten und Freuden aller Menschen in ihren jeweiligen Lebensbezügen zu beschäftigen.

Der Sprecher von F.E.L.S., Horst Schmitz, und der Landesvorsitzende der AIDS-Hilfe NRW, Klaus-Peter Hackbarth, zeigten sich in der Bewertung des Gesprächs zufrieden. Aus ihrer Sicht sei ein erster wichtiger Dialog auf den Weg gebracht worden, die die Akzeptanzarbeit der katholischen Kirche gegenüber anderen Lebensmodellen befördern werde. Ein wichtiges Indiz hierfür sehen beide in der positiven Würdigung des Bischofs gegenüber der anwesenden Vertreterin der AIDS-Beratung des Essener Diözesancaritasverbandes, Ingrid Hafner. Sie hatte zuvor betont, dass die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Lebensweisen eine Grundvoraussetzung für die Arbeit der Beratungsstellen ist. Schmitz überreichte dem Bischof am Ende des Gespräches eine Liste mit rund 800 Unterschriften von Essener Bürgerinnen und Bürgern, die sich mit dem Anliegen von F.E.L.S. solidarisch erklären.

 

 

 

 

 

Proteste im Essener Dom - Bischof lässt unter Druck Gespräche zu

Im Essener Dom ist es am 9. Juni erneut zu einem turbulennten Zusammentreffen zwischen dem katholischen Bischof Franz-Josef Overbeck und Schwulen und Lesben gekommen. Bei dem öffentlichen "Domgespräch" des Bischofs mit der früheren Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer (Grüne) nahmen auch 40 bis 60 Schwule und Lesben teil. Der Bischof steht unter Dauer-Kritik, nachdem er im April in der Sendung von Anne Will Homosexualität als Sünde bezeichnet hatte.

Erst in der letzten Woche hatten Schwule und Lesben aus der Ruhrgebietsstadt zunächst bei einer Fronleichnamsprozession gegen den Bischof protestiert und dann einen Tag später zehn Thesen an den Dom genagelt. Das Forum der Essener Lesben- und Schwulengruppen (F.E.L.S.) hatte vergeblich um einen Termin mit dem Bischof gebeten, sie hatten darauf eine nicht von ihm geschriebene Absage bekommen. Daher habe man beschlossen, erneut öffentlich zu stören, berichtet Dietrich Dettmann von F.E.L.S. Es sei "toll, dass auch junge Schwule bei dem Protest gegen den Bischof mitgemacht haben", freut er sich. Einige Besucher des Café Vielfalt, einem Zentrum für LGBT-Jugendliche, waren wieder in T-Shirts mit dem Aufdruck "Gay mit Gott" erschienen.

Als das Gespräch nach einer langen Phase über das Leben Overbecks und über aktuelle Skandale bei seinen Äußerungen in der Sendung "Anne Will" angelangt war, sagte der Bischof: "Ich vertrete als Bischof die lange Tradition der Kirche und das Zeugnis der heiligen Schrift." Ziel der Sexualität sei Liebe und Partnerschaft, zwischen Mann und Frau. Zwar gebe es eine "Spannung zwischen dieser Tradition und dem, was Teile der Gesellschaft zu diesem Punkt vertreten". Es sei jedoch Aufgabe der Kirche zu formulieren, wofür Gott die Menschen geschaffen habe, wie geglücktes Leben gelingen könne, so Overbeck weiter. Es gehe "bei der Wahl der Lebensform nicht um Freiheit von allen Normen, sondern darum, wie man als Christ innerhalb der von Gott gegebenen Normen ein erfülltes Leben führe". Zugleich räumte Overbeck ein, er hätte besser von homosexuellem Handeln als Sünde sprechen sollen und nicht von der Veranlagung an sich.

Wie Dettmann berichtet, habe dieses "Rumgeeiere" den Aktivisten im Publikum nicht gefallen. Ein Paar sei aufgestanden und habe gesagt: "Das reicht uns nicht." Die Aussagen Overbecks seien angesichts einer langjährigen, verantwortungsvollen Liebes-Partnerschaft "ein Schlag ins Gesicht". Auch andere Schwule und Lesben meldeten sich darauf zu Wort und kritisierten den Bischof, bis Andrea Fischer den lautstarken und aufgrund der Akustik chaotischen Protest beenden konnte. Der so unter Druck geratene Bischof versprach, sich nun doch mit Homosexuellen an einen Tisch zu setzen. So geshen ist das Gesprächsangebot als ein Erfolg angesehen werden. Auch war Atmosphäre im Dom war besonders: in der Debatte zum Thema Homosexualität habe es Applaus auch von Gläubigen für die schwulen Stimmen gegeben, und auch in der Diskussion etwa zum Zölbat hat das Kirchenvolk gezeigt, dass es sich nicht mehr alles bieten lasse. Essen ist eine "moderne Großstadt" und sowohl "Bürger als auch Politiker" sind weiterhin von den damaligen Äußerungen des Bischofs empört. (queer.de)

Ein Termin mit Overbeck und der Szene soll nun gefunden werden und dieser wird in Kürze bekannt gegeben.

 

 

 

 

Essener Bischof brüskiert FELS weiterhin

In einer Pressemitteilung vom 26. Mai beklagte sich FELS darüber, dass der Ruhrbischof eine Einladung zu einem klärenden Gespräch bzgl. seiner Äußerungen in der ARD-Talkshow bei  Anne Will nicht beantwortet hat.

Zwischenzeitlich ist ein Antwort eingegangen; anzumerken ist hierbei bereits, dass der Bischof noch nicht mal selber antwortet. FELS ist empört darüber, dass der Bischof angeblich keine Zeit hat, ein Gespräch über seine menschenverachtenden Äußerungen zu führen! Zudem wird wieder ein untauglicher Versuch unternommen sich reinzuwaschen, so nach demMotto „man habe ja nicht gegen Homosexuelle“. Die harte Realität ist: Ein Bischof darf in aller Öffentlichkeit sagen, das „Homosexuelle widernatürlich sind“ und dies ohne eine politische und strafrechtliche Sanktion zu riskieren; und weiterhin werden nach Kirchenrecht schwule Mitarbeiter und lesbischen Mitarbeiterinnen aus dem Kirchendienst entlassen.

Nun wird auch FELS öffentlich: Wir werden am Freitag, den 4. Juni 2010 um 12 Uhr dem Ruhrbischof 10 Thesen an seine (Bischofs-)Tür anschlagen. Thesen, die ihn zum Umdenken bewegen sollen. Wir werden allen Symatisannten sehr dankbar, wenn sie diese für FELS sehr wichtige Aktion begleiten.

Nachrichten Radio Essen: Am 4. Juni ist es zu einem weiteren Protest gegen Overbeck gekommen. Demonstranten haben symbolisch zehn Thesen an den Essener Dom angeschlagen. Zwei der Thesen: "Richte nicht andere; Du gehörst Dir, wir uns!" und "Du hast den Weg Gottes verlassen. Er liebt alle!" Der Protest wurde vom F.E.L.S. organisiert, nachdem Overbeck eine Bitte zum Gespräch abgelehnt hatte.

"Die Auffassung des Bischofs ist eine Katastrophe. Wir fordern dringend vom Bischof eine Entschuldigung", sagte Forumssprecher Horst Schmitz vor dem Bischofssitz der Agentur zufolge.

 

 

Die Thesen zum Nachlesen - klick hier

 

Doppelter Protest gegen Overbeck

Mit T-Shirts machten junge Schwule und Lesben bei einem Fronleichnams-Gottesdienst den Essener Bischof darauf aufmerksam, dass Homosexualität keine Sünde ist. Nachtrag: Am Freitag wurden zehn Thesen an den Dom angeschlagen.

Franz-Josef Overbeck hatte im April in der Sendung "Anne Will" den schwulen Regisseur Rosa von Praunheim angefahren: (Homosexualität) "ist ´ne Sünde. Wissen Sie ja ganz klar und eindeutig, dass es das ist. Das widerspricht der Natur." Diese sei angelegt "auf das Miteinander von Mann und Frau", so der Bischof weiter (queer.de berichtete).

Overbecks Äußerung habe "für Wut, Enttäuschung, Unverständnis und Diskussion" gesorgt, berichtet Marc Claaßen, Leiter des Café Vielfalt, in einer Pressemitteilung. Einige Besucher des Essener Treffs für schwule und lesbische Jugendliche planten danach, "gegenüber Bischof Overbeck, aber auch der Öffentlichkeit ein deutliches Zeichen zu setzen."

Deshalb nahmen einige von ihnen am Donnerstag an der Fronleichnams-Prozession mit Gottesdienst in der Essener Innenstadt teil - und trugen dabei T-Shirts mit dem Namen des Zentrums auf der Brust und dem in Rosa gehaltenen Aufdruck "Gay mit Gott" auf dem Rücken (was nicht nur den Bischof, sondern auch Linguisten und Atheisten verstören könnte).

Mit der Aktion kehrten die Jugendlichen "Bischof Overbeck im wahrsten Sinne des Wortes den Rücken zu", freut sich Claaßen: "Und was er auf ihren T-Shirts in grellen Buchstaben lesen konnte, gefiel ihm wohl überhaupt nicht." Der Slogan habe an das umgangssprachliche "Geh mit Gott" erinnern sollen. "Gleichzeitig macht er aber deutlich, dass Lesben und Schwule auch mit Gott lesbisch bzw. schwul sind. Auch sie haben ein Recht auf - in den Fürbitten beschworenen - Respekt und Toleranz."

Der stille Protest habe sehr unterschiedliche Reaktionen der Gottesdienstbesucher hervorgerufen, laut Claaßen gab es "auffälliges Tuscheln, abfälliges Nase rümpfen, mitleidige Blicke aber auch Zuspruch und handfestes ´Schulterklopfen´". Die Jugendlichen hätten sich schließlich gestärkt gefühlt: "Sie haben nicht geschwiegen! Sie haben sich gewehrt!" (queer.de)

 

 

 

 

Ruhr-CSD-Essen-Akzeptanzpreis geht an Prof. Uta Ranke-Heinemann

01.08.2009 - Das Forum Essener Lesben und Schwule (F.E.L.S.), der Verein Essen Andersrum und die Essener Aidshilfe vergeben auf dem diesjährigen Essener Christopher Street Day (CSD-Ruhr) wieder eine Auszeichnung an eine herausragende Persönlichkeit, die in besonderer Weise dazu beigetragen hat, dass sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für lesbische Frauen und schwule Männer in unserer Stadt Essen verbessern. Wichtig ist hierbei, dass das Wirken des/der Auszuzeichnenden den Abbau von Diskriminierungspotentialen gegenüber der Gruppe gleichgeschlechtlicher Menschen zur Folge hatte und damit auch nachhaltig einen Beitrag geleistet wurde, dass soziokulturelle Lebensumfeld von Lesben und Schwulen in ihren ganz individuellen Lebenssituationen zu verbessern. Erste Preisträgerin war letztes Jahr die ehemalige Oberbürgermeisterin – jetzige Bürgermeisterin – Annette Jäger, dieses Jahr heißt die Preisträgerin Frau Prof. Uta Ranke-Heinemann. Frau Ranke-Heinemann (Foto) hat bereits beginnend in den 70ziger des letzten Jahrhunderts bis heute sich sehr persönlich für die Emanzipation von schwulen Männern und lesbischen Frauen in unserer Gesellschaft eingesetzt. Gerade als Wissenschaftlerin der katholischen Theologie hat sie einen herausragenden Beitrag dazu geleistet, die von der Amtskirche „verordnete“ Einzigartigkeit nur einer lebbaren und tolerierbaren Lebensform – hier die heterosexuelle Partnerschaft – aufzubrechen. Durch ihr vielfältiges Wirken als Autorin und Rednerin auf öffentlichen Veranstaltungen hat sie unermüdlich deutlich gemacht, dass das Gemeinschaftsleben von Menschen in einer Partnerschaft oder in einer Gruppe vielfältiger ist als das was diverse Glaubensdoktrin der letzen Jahrhunderte den Menschen zugestanden haben. Ohne das nachhaltige sehr persönliche Wirken und die Beharrlichkeit zur gesellschaftlichen Anerkennung auch von gleichgeschlechtlichen Lebensformen wären die heute spürbaren Verbesserungen schwul/lesbischen Lebens in unserer Stadt Essen nicht zu verzeichnen.

Die Auszeichnung wird am Samstag, den 1. August 2009 im Rahmen des CSD-Ruhr auf dem Kennedyplatz verliehen werden. Zeitpunkt ca. 17.00 Uhr. Die Laudatio auf die Preisträgerin wird der Oberstadtdirektor der Stadt Essen, Herr Christan Hülsmann, halten. Der Preis wird wie im vergangenen Jahr den Titel Blütenfest-Award tragen. Der Preis wird sowohl an die Geschichte der Verfolgung schwuler Männer und lesbischer Frauen als auch - im Kontext des Regenbogens – an die heute erreichten Möglichkeiten schwul/lesbischen Lebens. Der Name Blütenfest stammt aus den 20er/30er-Jahre; die damaligen Schwulen und Lesben feierten ihre Feste versteckt unter diesem Namen. Ein offenes Fest wie der  RUHR CSD ESSEN am 1. August auf dem Kennedyplatz wäre noch vor 10 Jahren auch in dieser Stadt undenkbar gewesen. (www.ruhr-csd.de)

 

 

 

 

Runder Tisch startet neu
SPD Ratsfraktion stellt Antrag


10.09.2008 - Der Ruhr CSD Essen am 2.8. war ein großer Erfolg. Auf den Kennedyplatz im Herzen der Stadt erlebten im Laufe des Tages und des Abends Tausende ein umfangreiches Show-Programm. Aber auch die politische Botschaft stimmte.  Schon am Nachmittag war es feierlich geworden, als die ehemalige  Oberbürgermeisterin Annette Jäger den „Blütenfest-Award“ überreicht bekam.  Mit dem Preis würdigte die Szene die Toleranz und das Engagement der 
Politikerin für Schwule und Lesben in ihrer damaligen Amtszeit, in der als eines der ersten Städte in Deutschland ein Handlungsprogramm mit der Stadt und F.E.L.S: (Forum Essener Lesben und Schwule) erarbeitet wurde. „Ich fühle mich natürlich sehr geehrt über die tolle Auszeichnung, besonders freue ich mich aber weil ich die erste bin, die diese Auszeichnung bekommen hat“, so Jäger, die gleichzeitig eine neuerliche Wiederaufnahme des Runden Tisches ankündigte: „Ich habe zwischenzeitlich mit dem Vorsitzenden der SPD Fraktion Herrn Pass gesprochen. Die SPD wird zur nächsten Ratssitzung Ende September einen Antrag  einbringen, mit dem Ziel, einen Runden Tisch wieder neu zu installieren, um unter anderem das Handlungsprogramm, was wir vor zehn Jahren erarbeitet haben, wieder neu zu  ergänzen. Und ich möchte mich natürlich auch da wieder gerne persönlich einbringen“. In ihrem Grußwort betonte sie zudem, dass der Christopher Street Day in Essen willkommen sei und dass Menschen – egal welcher geschlechtlichen Ausrichtung – voll integriert werden müssten. [dd]
Infos:
 www.ruhr-csd.de

 

 

 

 

Neue Gespräche mit der Stadt -

Neuauflage des Handlungsprogramms in Arbeit

 

16. 5.2008 - Essen – F.E.L.S., das Essener Forum Essener Lesben und Schwule, trat Mitte Mai erneut mit der Stadt zusammen, um eine Neuauflage des vor 9 Jahren veröffentlichten Handlungsprogrammes zu erarbeiten. 

Stadtdirektor Christian Hülsmann empfing das F.E.L.S. - Team im Rathaus und sagte ein die erneute Aufnahme der Gespräche zu. [dd]

 

 

Stadtdirektor bei der Gaycom

 

29. 9.2007 - Das Schwule Netzwerk NRW lud zur landesweiten Konferenz in die Ruhrmetropole. Das Essener Regattahaus am Baldeneysee wurde am 29. September zum Tagungsort für die Gaycom 2007. Dieses Treffen des Schwulen Netzwerks NRW e.V. vernetzt alle der in der Landes- und Kommunalpolitik tätigen Akteure einer aktiven Minderheitenpolitik für Lesben und Schwule in NRW. Neben etwa 40 Teilnehmern aus allen Regionen traf auch Gastredner Christian Hülsmann (CDU) (Foto, ganz links), seineszeichen Stadtdirektor in Essen ein und berichtete beispielhaft für die Stadt über die Fortschritte der Arbeit mit F.E.L.S. (Forum Essener Lesben und Schwule).   Hier hatte schon vor einigen Jahren ein gemeinsam ausgearbeitetes Handlungsprogramm für Fortschritte auf kommunaler Ebene gesorgt. Aber auch aus verschiedenen anderen Städten berichteten Mitglieder über Fortschritt und die Entwicklung der runden Tische. Essen folgte mit seiner Einladung der Tradition der Städte Köln, Wuppertal, und Dortmund, die seit 2003 diesen „lesbisch-schwulen Städtetag“ ausgerichtet haben. Schwerpunkt der Tagung war außerdem das Thema schwul-lesbischer Jugendarbeit. Außerdem wurde die Situation von schwul-lesbischen Behinderten in NRW skizziert.

In die offene Diskussion rückte natürlich auch das Thema der Kürzungen des Haushalts im letzten Jahr. Hier sprach Sabine Schattmann-Uttke (MGFFI) vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen über Perspektiven der landesweiten Förderpolitik. Ob es zu weitern Kürzungen noch vor den nächsten Landtagswahlen kommen wird, lies sie offen, zeigte aber viel Verständnis und Sachinteresse zum Thema. [dd]

Neuer Sprecher bei  FELS

10. 4.2007 - Essen – F.E.L.S., das Essener Forum Essener Lesben und Schwule, hat einen neuen Sprecher. Es ist Horst Schmitz (Foto, ganz rechts), der Ende August gewählt wurde und nach der Wahl versprach: „Ich möchte versuchen das Forum wieder politisch zu stärken und den Kontakt zur Stadt wieder zu beleben“. In Kürze soll es ein Treffen mit allen Essener Gruppen geben. [dd]

 

 

 

 

 

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F.E.L.S.

Forum Essener Lesben und Schwule

c/o Aidshilfe Essen

Varnhorststr.17

45127 Essen

Mail: info@fels-essen.de

Essener Szenelinks:

Eine Übersicht über die Essener Szeneaktivitäten findest Du hier:

http://essen.gay-web.de

 

Die Seiten des Christopher-Street-Day ( Ruhr-CSD-Essen ) und Hinweise auf andere Events findest Du hier:

http://www.ruhr-csd.de   oder http://www.ruhrpride.de

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